Kaum eine Verwechslung kostet so viele Schlangen das Leben wie diese: Die völlig harmlose Schlingnatter (Coronella austriaca) wird für eine Kreuzotter (Vipera berus) gehalten – und aus Angst erschlagen. Dabei lassen sich beide mit etwas Wissen gut auseinanderhalten. Und: Beide stehen unter Naturschutz, das Töten ist verboten.
Die Pupille – das sicherste Merkmal
Das eindeutigste Unterscheidungszeichen ist die Pupille, allerdings nur aus sicherer Nähe oder am Foto erkennbar:
- Kreuzotter: senkrechte, schlitzförmige Pupille (wie bei einer Katze).
- Schlingnatter: runde Pupille.
Die Zeichnung
Die Kreuzotter trägt ein markantes, durchgehendes Zickzackband auf dem Rücken. Die Schlingnatter hat dagegen eine Reihe paariger dunkler Flecken, die nie ein sauberes Zickzack ergeben, dazu ein typisches dunkles Band, das vom Nasenloch über das Auge zieht, und oft eine krönchenartige Zeichnung im Nacken (daher der alte Name „Glattnatter” bzw. die Gattung Coronella = „Krönchen”).
Vorsicht: Es gibt komplett schwarze (melanistische) Kreuzottern ohne sichtbares Band – im Zweifel hilft nur die Pupille und der Gesamteindruck.
Körperbau und Verhalten
- Kreuzotter: gedrungen, deutlich vom Hals abgesetzter, dreieckiger Kopf, träge.
- Schlingnatter: schlank, Kopf kaum abgesetzt, sehr schnell und beißt bei Bedrängung gern zu – harmlos, aber überraschend wehrhaft.
Im Zweifel: Abstand und Respekt
Wenn du dir nicht sicher bist, gilt dieselbe Regel wie immer: Abstand halten, nicht anfassen, das Tier seinen Weg gehen lassen. Beide Arten sind ungefährlich, solange man sie nicht bedrängt – und beide sind ein wertvoller Teil unserer Natur.
Die ausführlichen Steckbriefe gibt’s im Lexikon: Kreuzotter und Schlingnatter.
Bildnachweise: Titelbild & Foto 1: Bybbisch94 (CC BY 4.0) · Foto 2: Dominik Matus (CC BY-SA 3.0) — via Wikimedia Commons.